Warum Abnehmen vor Krebs schützen kann

Schon länger ist bekannt, dass Entzündungsprozesse krebsfördernde Wirkungen haben können. In aktuellen Studien konnte gezeigt werden, dass die Entzündungswerte im Blut durch Abnehmen und Sport gesenkt werden können.

Epidemiologen schätzen, dass ca. ein Viertel der Krebserkrankungen weltweit durch Bewegungsmangel und Übergewicht verursacht werden. Gesichert ist dieser Zusammenhang für Brustkrebs, Darm- und Speiseröhrenkrebs. Bei Gebärmutterkörperkrebs gilt Übergewicht bei 50% der Erkrankungen als Ursache. Als Risikofaktor hat man in erster Linie einen chronisch-entzündlichen Zustand des Fettgewebes erkannt. Von den Entzündungszellen im Fettgewebe werden entzündungsfördernde Botenstoffe abgegeben die einen anregenden Effekt auf die Krebsentstehung haben. Es ließ sich ein Ansteigen der entzündungscharakteristischen Biomarker mit Ansteigen von Alter und Übergewicht nachweisen.

Um „einen aktiven Beitrag zur Krebsprävention zu leisten“ untersuchte die Epidemiologin Prof. Cornelia Ulrich von Deutschen Krebsforschungszentrum und dem nationalen Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg, zusammen mit amerikanischen Wissenschaftlern, ob sich bei übergewichtigen Frauen die Entzündungswerte durch Sport und/oder verminderter Kalorienzufuhr reduzieren ließen.

Die Forscher untersuchten 439 übergewichtige Frauen ein Jahr lang. Nach dem Zufallsprinzip wurde sie in drei Studiengruppen und eine Kontrollgruppe eingeteilt. Man fand heraus: Je größer der Gewichtsverlust umso stärker sank der Wert des CRP (C-reaktives Protein). Frauen die nur zusätzlichen Sport betrieben ohne Gewichtsabnahme erreichten ebenso wie Frauen aus der Kontrollgruppe (unveränderte Lebensführung) keine Verminderung ihrer Entzündungswerte.

Frau Prof. Ulrich fasst zusammen: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Übergewichtige mit einer Lebensstilveränderung viel Gutes für sich tun und ihr Krebsrisiko senken können. Eine Reduktion der CRP-Werte um 40% oder bei den Frauen, die erheblich Gewicht abgenommen haben, sogar um die Hälfte, lässt sich sonst nur mit Medikamenten erreichen. Und diese Medikamente haben Nebenwirkungen, die eine gesunde, fettarme Ernährung und Sport nicht haben. Unser Ergebnis beweist, dass sich bereits verhältnismäßig moderate Abnehmerfolge von fünf bis zehn Prozent des Körpergewichts drastisch auf krebsfördernde Faktoren im Körper auswirken.“

Quelle. DKFZ,07.05.2012; Cancer Research 2012. DOI: 10.1158/0008-5472.CAN-11-3092