Europäischer Kardiologenkongress: starkes Übergewicht während der Schwangerschaft erhöht Risiko für spätere erhöhte Sterblichkeit

An der Universität Aberdeen konnten Daten von Erstgebärenden der Jahre 1950 – 1976 ausgewertet werden. Es fand sich eine allgemein erhöhte Sterblichkeit bei Frauen bei denen im Rahmen der Schwangerenerstuntersuchung ein BMI von 30 oder mehr gemessen worden war. Ganz allgemein bestand eine erhöhte Häufigkeit für Herzerkrankungen.

Neue Nachweismethode von Trisomie 21 – Morbus Down im mütterlichen Blut

Seit ca. 15 Jahren ist bekannt, dass kurze zellfreie fetale DNA-Fragmente (cffDNA) im mütterlichen Blut kreisen. Da diese kurzlebig sind können sie eindeutig der aktuellen Schwangerschaft zugeordnet werden. Komplette fetale Zellen, kann man noch lange nach einer Schwangerschaft im mütterlichen Blut finden. Daher konnte man mit ihnen kein brauchbares Diagnostikverfahren entwickeln.

Mit Hilfe neuer Sequenziertechniken besteht nun ein nichtinvasives Verfahren eine Trisomie 21 zu diagnostizieren. Im Vergleich zur bisher praktizierten Chorionzottenbiopsie und der Amniozentese ist die Aussagekraft des Bluttests zur Zeit noch geringer, da er nur auf Trisomie 21 testet. Andere chromosomale Störungen sind derzeit noch nicht diagnostizierbar. Der große Vorteil ist, dass die Blutabnahme bei der Mutter natürlich keinerlei Fehlgeburtsrisiko hat. Bei den gegenwärtig praktizierten Verfahren liegt dieses zwischen 0,5 und 1,0 Prozent. Die Forscher gehen davon aus, dass in Zukunft viele, krankheitsverursachende Mutationen in einem bestimmten Gen, die in einer Familie zu einer Erbkrankheit geführt haben, durch eine mütterliche Blutentnahme zu erkennen sein werden.

Der „Gencheck“ rückt damit in erreichbare Nähe. Es wird eine breitangelegte gesellschaftliche Diskussion entstehen in wieweit das technisch Machbare geregelt werden soll.

Quelle: gyne 06/2012 S 17 – 18 Pressemitteilung lifecodexx.com Kommentar Dr. med. Imma Ros

Warum Abnehmen vor Krebs schützen kann

Schon länger ist bekannt, dass Entzündungsprozesse krebsfördernde Wirkungen haben können. In aktuellen Studien konnte gezeigt werden, dass die Entzündungswerte im Blut durch Abnehmen und Sport gesenkt werden können.

Epidemiologen schätzen, dass ca. ein Viertel der Krebserkrankungen weltweit durch Bewegungsmangel und Übergewicht verursacht werden. Gesichert ist dieser Zusammenhang für Brustkrebs, Darm- und Speiseröhrenkrebs. Bei Gebärmutterkörperkrebs gilt Übergewicht bei 50% der Erkrankungen als Ursache. Als Risikofaktor hat man in erster Linie einen chronisch-entzündlichen Zustand des Fettgewebes erkannt. Von den Entzündungszellen im Fettgewebe werden entzündungsfördernde Botenstoffe abgegeben die einen anregenden Effekt auf die Krebsentstehung haben. Es ließ sich ein Ansteigen der entzündungscharakteristischen Biomarker mit Ansteigen von Alter und Übergewicht nachweisen.

Um „einen aktiven Beitrag zur Krebsprävention zu leisten“ untersuchte die Epidemiologin Prof. Cornelia Ulrich von Deutschen Krebsforschungszentrum und dem nationalen Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg, zusammen mit amerikanischen Wissenschaftlern, ob sich bei übergewichtigen Frauen die Entzündungswerte durch Sport und/oder verminderter Kalorienzufuhr reduzieren ließen.

Die Forscher untersuchten 439 übergewichtige Frauen ein Jahr lang. Nach dem Zufallsprinzip wurde sie in drei Studiengruppen und eine Kontrollgruppe eingeteilt. Man fand heraus: Je größer der Gewichtsverlust umso stärker sank der Wert des CRP (C-reaktives Protein). Frauen die nur zusätzlichen Sport betrieben ohne Gewichtsabnahme erreichten ebenso wie Frauen aus der Kontrollgruppe (unveränderte Lebensführung) keine Verminderung ihrer Entzündungswerte.

Frau Prof. Ulrich fasst zusammen: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Übergewichtige mit einer Lebensstilveränderung viel Gutes für sich tun und ihr Krebsrisiko senken können. Eine Reduktion der CRP-Werte um 40% oder bei den Frauen, die erheblich Gewicht abgenommen haben, sogar um die Hälfte, lässt sich sonst nur mit Medikamenten erreichen. Und diese Medikamente haben Nebenwirkungen, die eine gesunde, fettarme Ernährung und Sport nicht haben. Unser Ergebnis beweist, dass sich bereits verhältnismäßig moderate Abnehmerfolge von fünf bis zehn Prozent des Körpergewichts drastisch auf krebsfördernde Faktoren im Körper auswirken.“

Quelle. DKFZ,07.05.2012; Cancer Research 2012. DOI: 10.1158/0008-5472.CAN-11-3092